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Jahresbericht Wildwasser 2002

Aufgrund der diversen Trendsportarten wie Canyoning, Rafting, Hydrospeed, nicht zu ver-
gessen Kajakfahren ergab sich in Österreich schon seit mehreren Jahren die Notwendigkeit, in der Österreichischen Wasser-Rettung Rettungsschwimmer zu Wildwasser-Rettern auszu-
bilden.

Im Bereich Vorarlberg, Tirol, Osttirol und Kärnten haben sich diese Wildwassergruppen aufgrund der vorhandenen Wildwasserstrecken bei diversen Hilfseinsätzen sowie bei der Überwachung von nationalen und internationalen Kajakbewerben bereits als äußerst notwendig und effizient erwiesen.

Im Jahr 2000 hat sich der Landesverband Oberösterreich der ÖWR grundsätzlich entschieden, ebenfalls eine solche Spezialgruppe ins Leben zu rufen.

Anni Kienesberger und ich wurden zunächst nach Vorarlberg geschickt um uns dort im Rahmen der Ausbildung des LV´s Vorarlberg das nötige Rüstzeug anzueignen und die Prüfung zum WW-Retter abzulegen. Anschließend haben wir auf Wunsch unseres LV´s die Verantwortung für die WW-Ausbildung in OÖ übernommen.

Ab dem Winter 2001 waren erstmalig 8 Rettungsschwimmer mit Naßtauchanzügen in der Traun zwischen Lauffen und Ebensee an mindestens einem Wochenende im Monat zwischen 4-6 Stunden unterwegs, um diesen Streckenabschnitt bei jedem Wasserstand, Niedrig- oder Hochwasser sehr gut kennenzulernen.

Es hat zwar intensive Theorievorträge über die diversen Gefahren im Fließwasser (Walzen, Strudel, usw.) gegeben, aber es ist notwendig, dass alle Teilnehmer dieses theoretische Know How in die Praxis umsetzen und im Fließwasser ihre Erfahrungen machen, denn nur diese hautnah erlebten Erfahrungen prägen sich im Gedächtnis ein und zwingen die Teilnehmer zur nötigen Vorsicht bzw. respektvollem Umgang mit dem Element Wasser.

Im September 2002 konnten die ersten sechs in OÖ ausgebildeten WW-Retter ihre Prüfung erfolgreich ablegen.

Am 28.9.2002 war es dann soweit:
Die Wildwassergruppe konnte in enger Zusammenarbeit mit dem Österr. Bergrettungsdienst
vor den Augen der Landesregierung und einer großen Anzahl interessierter Zuseher ihr Können unter Beweis stellen.
Die Übungsannahme war ein Raftingunfall, die verletzten Insassen des Schlauchbootes konnten sich in "Wilden Lauffen" (bei der Wehranlage zwischen Bad Goisern und Bad Ischl) auf eine Insel retten und mußten von dort unter großem Aufwand geborgen werden.

Da die Traun zu diesem Zeitpunkt wirklich Hochwasser geführt hat, war dieses Unternehmen geeignet, unsere Gruppe und die der Bergrettung einer echten Bewährungsprobe zu unterziehen. Mit großer Freude konnten alle Beteiligten feststellen, dass diese neugegründete Spezialgruppe ihre absolvierte Ausbildung hervorragend umsetzen und die gestellte Aufgabe mit Bravour meistern konnte.

An dieser Stelle möchte ich es nicht verabsäumen, großes Lob und Dank an die Kameraden der Bergrettung für die exzellente Zusammenarbeit und Hilfestellung aussprechen.

Ab dem Frühjahr 2003 wird wieder einer Anzahl aktiver Rettungsschwimmer die Möglichkeit gegeben, an einem vierteiligen Lehrgang teilzunehmen, um sich der Ausbildung zum Wildwasser-Retter zu stellen, sodass wir bereits Ende des Jahres 2003 auf einen Kader von ca. 20 Mann zurückgreifen können.


Dr. Gerald Berger
LV OÖ / Wildwasser